Erfassungsmethoden

Um die verschiedenen Saatgutmischungen miteinander vergleichen zu können, werden Daten über dei Entwicklung der Vegetation und der Blütenmenge erhoben, die wichtigsten Blütenbesucher werden erfasst und es werden Proben der Biomasse genommen und ausgewertet.

1 Vegetation

Die Vegetationsaufnahmen erfolgen über zwei Methoden. Zum einen wird mit der Braun-Blanquet-Methode die Entwicklung der Vegetation erfasst. Auf jedem Hektar, also in jeder Saatgutmischung, werden zwei Aufnahmen auf einer Fläche von vier mal vier Meter durchgeführt. Zunächst werden die durchschnittliche Vegetationshöhe und der Anteil nicht von Vegetation bedeckten Bodens erfasst. Anschließend werden alle Pflanzenarten des Aufnahmequadrats aufgenommen. Jeder dieser Arten wird anschließend ein Deckungsgrad von der nach Reichelt erweiterten Braun-Blanquet-Skala zugeteilt [1]. Dieser Deckungsgrad beschreibt, wie viel der Fläche von der Pflanzenart bedeckt wird. Ist die Bedeckung des Bodens nur sehr gering, wird die Art über die Anzahl der Individuen oder Sprosse beschrieben. Die Aufnahmen erfolgen zwei bis drei Mal zwischen den Schnitten der Wiese.

Um das Nahrungsangebot für Bestäuber zu quantifizieren, wird die Blütenmenge der Fläche erfasst. Dafür wird ein 1×1 m großer Wurfrahmen verwendet. In jedem Hektar wird der Rahmen zehn Mal platziert und alle darin befindlichen Blüten oder Blütenstände werden erfasst. Zudem werden in jeder Braun-Blanquet-Aufnahme zwei Blütenzählungen durchgeführt. Insgesamt werden in jedem Durchgang 14 Quadratmeter pro Hektar auf die Blütenmenge beprobt.

2 Insekten

Die Insektenaufnahmen werden einmal monatlich von April bis September bei gutem Blütenangebot durchgeführt. Mit einem feinmaschigen Insektennetz wird jeder Hektar 30 Minuten langsam durchschritten. Jede Beobachtung und jeder Fang von Wildbienen, Schwebfliegen und Tagfaltern werden notiert. Zusätzlich zur Art wird das Verhalten notiert. Bei einem Blütenbesuch wird außerdem die Pflanzenart ergänzt. Kann ein Insekt nicht bis zur Art angesprochen werden, so wird es gefangen und im Labor unter dem Binokular bestimmt. Dafür müssen die Insekten getötet werden. Für alle Flächen liegen Ausnahmegenehmigungen zum Töten der Insekten vor. Die Aufnahmemethode hat im Verhältnis zu anderen eine geringe Lethalitätsrate und eine hohe Genauigkeit [2].

Zusätzlich wurden an allen fünf Flächen jeweils fünf Niströhren aufgestellt, die im Winter auf die eingezogenen Bienenarten untersucht werden sollen.

3 Ernteerträge

Ein bis zwei Tage vor den Schnitten werden in jeder Mischung Biomasseproben geschnitten. Diese werden bei der Lufa Nord-West in Oldenburg als Frischgrasprobe auf eine Reihe von Parametern analysiert.

Quellen

  • [1] Reichelt, G.; Wilmanns, O. (1973). Vegetationsgeographie. Westermann, Braunschweig.
  • [2] Westphal, C., et al. (2008). „Measuring bee biodiversity in different habitats and biogeographic regions.“ Ecological Monographs 78: 653-671.

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